Das nenne ich Sportsgeist

Fundstücke
Basketball und Softball

Ich glaube, man muss kein Softball- oder Baseballfan sein, um von dieser Geschichte hier gerührt und begeistert zu sein. Ich war es jedenfalls.
Mitbekommen habe ich die Begebenheit eher zufällig, bei der diesjährigen Verleihung der ESPY-Awards (eine Art Oscar für Sport), wo sie als “Best Moment” ausgezeichnet wurde.

Die ganze Geschichte kann man sich im Video unten erzählen lassen. Da die wenigsten mit den Regeln vertraut sein werden, fasse ich das ganze mal zusammen:

Beim Aufeinandertreffen zweier College-Softball-Mannschaften ist Sara Tucholsky am Schlag - und schlägt ihren allerersten Homerun (Ball fliegt bis über den Zaun) in ihrer Karriere. Man muss wissen, ein Homerun im Softball ist keine selbstverständliche Sache. Jedenfalls dürfen nach einem Homerun der Schlagmann und alle anderen Kollegen auf den Bases unbehelligt bis ans Homeplate laufen und damit je einen Punkt machen. Das blöde ist, dass Sara sich auf dem Weg zum zweiten Base das Knie dermaßen verletzt, dass sie nicht mehr laufen kann. Unter Schmerzen bricht sie zusammen und rettet sich zurück aufs erste Base. Während das Spiel ruht, fragt Saras Trainerin den Schiedsrichter, was passieren würde, wenn eine andere Spielerin für Sara läuft. Der Schiri erklärt, dass es dann kein Homerun mehr wäre und die neue Läuferin vom ersten Base aus weiterspielen müsste. Dann hat die Trainerin die Idee, dass eine Mannschaftkameradin Sara ja um die Bases führen könnte. Das ist aber auch verboten, denn sobald eine Mannschaftskollegin “eingreift” wäre Sara out.
Und an dieser Stelle beweisen die Mädels der gegnerischen Mannschaft wahren Sportsgeist und bieten an, dass sie Sara um die Bases tragen. Das ist erlaubt und Sara bekommt ihren Homerun!
Saras Mannschaft gewinnt (glaube ich), Sara selbst aber muss nach diesem Spiel ihre Softballkariere aufgrund der Knieverletzung aufgeben. Es war also ihr erster und einziger Homrun.

Hier nun das Video:

Eine bessere Geschichte hätte sich Hollywood auch nicht ausdenken können…

geschrieben am Samstag, 2. August 2008 um 20:47 Uhr von Dee | Trackback

5 Kommentare

  1. Gravatar von Schrottie Schrottie Says:

    Wenn diese Story so wahr ist, dann gebührt den Spielerinnen der gegnerischen Mannschaft die allerhöchste Hochachtung. Das eigene Spiel im Namen der Fairness aufzugeben hat wirklich Stil!

  2. Gravatar von Dee Dee Says:

    @Schrottie: Ja, die Story ist wirklich wahr und ich finde es schön, dass man sowas auch mal sieht. Sonst erregen ja immer nur die unschönen Sachen Aufmerksamkeit (Kopfstöße, Anspucken, Doping…).

  3. Gravatar von crosa crosa Says:

    Eine wirklich schöne Geste, und sicher eher selten. Das mit dem Karriereende ist natürlich sehr tragisch, aber wenigstens mit einem unvergesslichen Moment…

  4. Gravatar von Dee Dee Says:

    @crosa: Ich überlege auch schon die ganze Zeit, ob es selbstverständlich ist und ob ich es auch getan hätte…

  5. Gravatar von Ronnie Ronnie Says:

    Hach, wie schön. Ehrlich. Und es funktioniert, weil kein Geld dahinter steht und die Menschen verdirbt.

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